Ursee – ein landschaftliches Juwel

Übergabe von vier Informationstafeln setzt den Schlusspunkt unter verschiedene Projekte zur Aufwertung des Gebietes.

Das Naturschutzgebiet Ursee ist um vier großflächige Informationstafeln, zwei Rundwege mit einem Pfad über einen Moränenhügel des früheren Feldberggletschers und um zwei Aussichtspunkte auf den Ursee reicher. Gestern Nachmittag setzten Bürgermeister Reinhard Feser und Gabriel Rösch vom Referat Naturschutz und Landschaftspflege beim Regierungspräsidium, im Beisein von Förster Andreas Schellbach und Doris Vogel vom Schwarzwaldverein mit der Übergabe der Schautafeln, den Schlußpunkt unter diesen Teil des Projektes "Kulturlandschaft von morgen gestalten".

Das Naturschutzgebiet Urseetal blickt auf eine mehr als 75-jährige Geschichte zurück. Es ist nach dem Feldberg und der Wutachschlucht das drittälteste Naturschutzgebiet im Schwarzwald. Und es gewährt dem aufmerksamen Betrachter jetzt Einblicke, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten nicht möglich waren. Vier neue Schautafeln sollen die Erholungssuchenden über die naturkundlichen Besonderheiten im Urseetal informieren und ihnen Verhaltensmaßregeln zum Schutz des Kleinods vermitteln. So erfährt der Betrachter, dass der Feldberg-gletscher am Ende der letzten Eiszeit sich aus dem Urseetal zurückzog und einen 30 Hektar großen See hinterließ. Nach Durchbruch der Pulverhaus-Moräne verblieb ein etwa zehn Meter tiefer Restsee, der Ursee und das heutige Urseemoor ist Zeugnis der Verlandung. Obwohl das Eiszeitrelikt von Stoffelbach und Urseebach mit Wasser gespeist wird und es auch einen Abfluss gibt, ist der See so sauer, dass er vergleichbar mit Küchenessig ist.

Rösch bezeichnete den Ursee mit seinem Hochmoor als landschaftliches Juwel. Es weise lehrbuchartige Zonierung von Moorpflanzengesellschaften auf. Es ist Lebensraum einer hoch spezialisierten Pflanzen- und Tierwelt. So gibt es den rundblättrigen Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze oder die Moosbeere und als letztes Glazialrelikt aus der letzten Eiszeit, die kleine Teichrose. Sie ist nach dem Anstauen des Schluchsees ins Urseetal verpflanzt worden und im Schwarzwald nur noch am Ursee anzutreffen. Von der Tierwelt kann von der Kreuzotter und dem Neuntöter berichtet werden. Dies alles kann ein Naturfreund von zwei neuen je 4,5 und 6,5 Kilometer langen Rundwegen aus betrachten, die in Absprache mit dem Naturschutz ausgewiesen und vom Schwarzwaldverein betreut werden.

Dass es überhaupt wieder etwas vom Ursee zu sehen gibt, ist auch dem 2011 gestarteten Landesprojekt "Kulturlandschaft von morgen gestalten" und deren Projektgruppe Naturschutzgebiet Urseetal zu verdanken. Aus deren Mitte kam der Gedanke einer Enthurstung und Gemeindeförster Andreas Schellbach verwandelte die Steilvorlage mit seinem Forstarbeitern. Zunächst sind zwei "Fenster" aus dem den Ursee umgebenden Birkengürtel herausgeschnitten worden. Ein frostiger Winter hat 2011 die Maßnahme begünstigt. Außerdem ist ein Fichtenwald komplett abgeholzt worden. Obwohl man nur im äußeren Moorgürtel tätig war, brach ein Arbeiter einmal ein und versank bis zu den Hüften im Moor. Der Forst hat auch am Hang oberhalb des Ursees einen Platz aufgeschüttet und so für einen Aussichtspunkt gesorgt. "Für mich ist das der schönste Platz", meint Schellbach. Heute sind im Urseemoor, nach dem Fällen der Fichten die Pionierbaumarten wie Birken, Vogelbeere, Erle, Weide anzutreffen.

Verschiedene Aktionen haben zur Aufwertung des Gebiets geführt, zieht Bürgermeister Feser ein positives Fazit. Der neue Moränenpfad werde gut angenommen. Damit bleiben die Leute auf dem Weg. Feser dankte auch Projektmanagerin Susanne Knospe für das Engagement. Die vier Infotafeln, die an den Zugängen zum Schutzgebiet sowie beim Aussichtspunkt und Picknickplatz über dem Ursee aufgestellt sind, seien gelungen, fand Feser. Der Text ist so lange wie nötig und die Bilder darauf vermitteln Kindern oder den ausländischen Gästen, einen Eindruck von diesem wertvollen Gebiet.

Quelle Text: Badische Zeitung online vom 20.07.2016

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